H[einrich] von Strauch

Am Grenzwall : eine Geschichte aus dem Decumaten-Land (138–140 n. Chr.)

Freiburg i. Br. : Fehsenfeld, 1901.

(Zur Inhaltsangabe)

Bewertung

Die Handlung des Romans wirkt über weite Strecken etwas episodisch, vor allem in der ersten Hälfte, wo ständig neue Figuren eingeführt werden, deren Zusammenhang lange (bei einigen eigentlich bis zum Schluß) unklar bleibt. Die mit diesen verbundenen Handlungsstränge werden teilweise an halbwegs spannenden Stellen unterbrochen, was zwar ein legitimer Kunstgriff eines Unterhaltungsschriftstellers ist, hier aber zur generellen Unübersichtlichkeit der Handlung beiträgt. Vor allem auch das Ende mit dem verlustreichen Kampf wirkt etwas gehetzt, und es gibt eine etwas ungeschickte Rückblende (Kap. 11). Der humoristische Ton, in dem das Buch gehalten ist, kann als repräsentativ für die Zeit gelten, wirkt aber heute bestenfalls unfreiwillig komisch. Humorvoll ist es wohl auch gemeint, wenn auffällig viele Männer unter dem Pantoffel ihrer Frauen stehen.

Doch nicht als Kunstwerk will dieser Roman betrachtet werden, dafür ist er viel zu voll mit der Schilderung ungezählter antiquarischer Einzelheiten, sowohl im Text als auch im umfangreichen Anmerkungsapparat im Stil des Professorenromans eines Ebers. Diese antiquarische Gelehrsamkeit macht die Lektüre noch mühevoller, als sie ohnehin schon wäre. Immerhin wird durch die Anmerkungen deutlich, daß der Autor sich durchaus auf die damals aktuellen (und heute noch nicht grundsätzlich überholten) Standardwerke wie Marquardt und Friedländer gestützt hat. Dazu treten einige Spezialstudien (für Archäologisches häufig die Saalburgfunde Jacobis) und Zitate antiker Autoren wie Iuvenal, Properz u. a. Unbekümmert mischt Strauch dabei Frühes und Spätes, Mediterranes und Provinziales durcheinander. Die Anmerkungsverweise erfolgen nicht in strikter Reihenfolge, sondern hin- und herspringend, einige Male auch mit falschen Ziffern.

Die ausgebreiteten Vorstellungen über den Aufbau der römischen Gesellschaft, des Heeres usw. sind nach dem Wissen der Zeit einigermaßen korrekt. Es gibt aber die anscheinend unvermeidlichen Fehler, nicht nur in der Terminologie. Was soll z. B. ein „senatorischer Ritter“ (S. 13) sein? „Patricierin“ (S. 17) kann Maridia nicht gewesen sein, zumal ihr Onkel praefectus praetorio ist; auch Aquae hat ein „Patriciat“ (S. 64 und öfter) und soll zudem „Kolonie“ sein (S. 69). Daß ein Centurio an seine Kameraden und Untergebenen Geld verteilt (S. 22), ist nicht nur unwahrscheinlich, sondern hätte auch einen direkten Verstoß gegen die lex laesae maiestatis bedeutet. Die Statthalterschaft über die Provinzen Africa und Asia wurde nicht vom Kaiser übertragen (S. 264).

Caecilius Iucundus trägt den Namen einer pompeianischen Familie und soll angeblich von dort stammen, was chronologisch aber nicht möglich ist (S. 68). Auch bei Pomponius Atticus, Suetonius Laetus und vielen anderen ist ein bekannter Name übernommen (nicht immer ganz korrekt: der griechische Dichter heißt Bakchylides, nicht „Bakchylidus“). Für einige dieser Namen kann der Autor immerhin Verweise auf Inschriften oder Papyri geben. Die Namengebung von Sklaven nach ihrem Herrn (z. B. Frontipor, S. 129) war in der Kaiserzeit längst nicht mehr üblich. Auch sonst ist die Namengebung etwas durcheinander, so bei der Familie der Maridia, deren Vater Quietus und deren Mutter Quieta heißen, und auch Paulla wird als „Pomponia“ angeredet (S. 94), genau so, als ob in Rom die Frau wie in der Neuzeit den Namen des Mannes angenommen hätte. Strigo ist ein lateinischer Name, kein syrischer, wie angegeben (S. 69).

Ein vicus Bibiensis ist tatsächlich inschriftlich beim heutigen Baden-Badener Stadtteil Sandweier belegt (CIL 13, 6315 = ILS 3930b: Diis Quadrubis vica|ni Bibienses | d. s. p.). Ebenso geht auf eine erhaltene Inschrift zurück die Andeutung, dass Maternus der Diana eine Weihung setzte (S. 61; vgl. CIL 13, 6481: Dianae | aedem cum | sigillo L. Mem|mius Maternus | v. s., gefunden allerdings nicht in Baden-Baden, sondern in Bad Wimpfen/Civitas Alisinensium)

Wie in wilhelminischer Zeit üblich, findet sich reichlich moderne Terminologie, z. B. bei der Übersetzung römischer Titulaturen, die zumindest teilweise unhaltbar ist (praefectus praetorio = „Kriegsminister“, S. 12). Einiges davon mag man dem Autor mit gutem Willen durchgehen lassen, aber manches wirkt schon sehr anachronistisch („jeunesse dorée“, „Sportsleute“, S. 14).

Über die Darstellung der germanischen Seite soll hier nicht viel ausgeführt werden; sie liegt im Standard der Zeit, d. h. archäologische Funde (Steinbeile!, S. 38), Nachrichten von Tacitus, anderen antiken Schriftstellern, aus mittelalterlichen Quellen wie der Edda und neueren Sammlungen wie den Grimmschen Rechtsaltertümern sind ohne jede Quellenkritik zusammengenommen und führen zu den üblichen „Theatergermanen“ im Bärenfell, oft selbstverständlich als „deutsch“ bezeichnet.

Hervorzuheben bleibt, daß Strauch wohl der einzige Autor ist, der die Vorverlegung des obergermanischen Limes unter Antoninus Pius zum Thema eines Romans gemacht hat. Er kennt den damals aktuellen Forschungsstand einigermaßen, spricht aber penetrant von einem Wall, von dem an der alten Odenwaldlinie keine Rede sein konnte. Die Besiedlung des späteren Decumatenlandes mit wehrhaften Germanen ist ebenso poetische Lizenz wie ein „Druidenkloster“ im Schwarzwald, das Menschenopfer durchführt (S. 173).

Das Lagerleben vor allem in Kapitel 8 wird durchaus nach den Quellen geschildert (auch z. B., was Abkommandierungen angeht), trägt aber doch zugleich auch ständig wilhelminische Züge.

Die Diskussion über die römische Grenzpolitik, wie sie vor allem im Kap. 15 geführt wird, beschränkt sich auf allgemeine Züge und gibt nur wieder, was z. B. bei Tacitus über Ausfuhrverbote gesagt wird.

Interessant ist die Gleichsetzung der römischen Eroberung mit deutschen Kolonien wie Ostafrika (S. 63); hier identifiziert der Autor sich und seine Landsleute also mit den Römern, zumal er in einer Anmerkung (Nr. 186) auf die Ähnlichkeit von Sitten der Germanen mit denen afrikanischer Naturvölker hinweist. Dies zeigt schön die Problematik der wilhelminischen Sicht der römischen Eroberung Germaniens: auf der einen Seite sind die Römer Kulturbringer und werden als imperiale Vorgänger reklamiert; auf der anderen Seite identifiziert man sich mit den Germanen als den eigenen unverdorbenen Vorfahren und Vorstreitern im Kampf gegen welsche Zwangsherrschaft.

Zeittypisch ist es auch, wenn Demokratie und Wahlen ins Lächerliche gezogen werden (S. 67; „parlamentarische Größe“ als abfällige Bezeichnung für einen Senator, S. 104; auch bei den Germanen, S. 150–151).

Über den Autor H(einrich) von Strauch ließ sich kaum etwas herausfinden. Ein Geburtsdatum 25.5.1857 kann ich nicht mit einer Quelle belegen.

Inhalt

1. Paullus Annianus, ehemaliger Tribun und jetzt Steuereintreiber in Germanien, schreibt einen Brief an seinen Freund Valerius Ianuarius, der im Begriff ist, auf Drängen seiner Frau Maridia Quietilla die ritterliche Militärlaufbahn mit der Stelle eines Centurio bei der Cohorte der Sequaner und Rauracer anzutreten. Um ihm davon abzuraten, schildert Annianus seine kürzliche Reise in das Gebiet jenseits des Rheins, nach Lopodunum und Aquae, und betont vor allem den unzivilisierten Charakter dieser Gegend.

2. Maridia Quietilla ist die amazonenhafte Tochter des phlegmatischen Ritters Lucius Quietus. Ihr Mann steht völlig unter ihrem Pantoffel und muß sich deshalb ihrem Wunsch beugen, den Militärdienst anzutreten; Maridias Onkel, der Praefectus praetorio, verschafft Ianuarius eine Centurionenstelle in Obergermanien. Die Cohorte wird zur Zeit vom Centurio Heimeramus kommandiert, einem ins römische Heer eingetretenen Hermunduren, der bisher immer verheimlichen konnte, daß er nicht lesen kann. Ianuarius und Maridia treffen ein; sie äußert sofort den Wunsch, auf die Jagd nach dem Urstier zu gehen.

3. Im Gebiet vor dem römischen Grenzwall lebt das Volk der Amsivarier. Gundomar, der Sohn des Fürsten Undolf und seiner Frau Waltrata, empfängt im Kampf gegen die Chatten seine erste Wunde und sitzt später mit seiner Schwester auf Ausguck, als eine Schar Römer kommt, um ein Lager zu Übungszwecken anzulegen. Unter ihnen ist die kriegerisch gekleidete Maridia, die Gundomar so beeindruckt, daß seine Mutter ihn für verzaubert hält.

Zur Cohorte gehört der Reiter Adeodatus, ein Christ, der aufgrund seines Glaubens bei Maridia um Gnade für das gezüchtigte Dienstmädchen Daphne bittet. Daphne bestreitet, mit ihm ein Verhältnis zu haben (was als einziger Grund für seine Bitte einleuchtet), und er wird als Lügner zu Strafdienst verurteilt.

4. Amsivarius, einst Nidhart genannt, der germanische Sklave des Veterans Maternus, hat nach mit seinem Herrn durchzechter Nacht einen mächtigen Kater und trauert in seinem Katzenjammer der verlorenen Freiheit nach. Auch sein Herr ist in einer unglücklichen Lage und muß sich die Vorwürfe seiner Gemahlin Rufa gefallen lassen. Er ist nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst in der 22. Legion zuständig für den Postdienst und die kaiserlichen Herden im Vicus Bibiensis bei Aquae. Überraschend wird eine Inspektion durch den Legatus legionis Sextus Iulius Fulvus angekündigt, und Maternus muß die ganze Nacht damit zubringen, die Bücher in Ordnung zu bringen, da Fulvus als sehr scharf bekannt ist. Der Legat trifft in Begleitung des Tribunen Valerius Consius ein und möchte auch auf die Saujagd gehen. Er erlegt einen alten Keiler, während Consius im Sumpf versinkt und nur mit Mühe gerettet werden kann.

5. In Aquae hat sich aufgrund der Heilquellen über die Jahre eine gewisse vornehme Gesellschaft herausgebildet. Zu Duumvirn sind in diesem Jahr der aus Pompeii stammende Bankier Caecilius Iucundus und der griechische Arzt Theodorus gewählt worden. Letzterer ist dagegen, Frauen zum Bankett der Amtseinführung zu laden. Dies wird übel aufgenommen von der Frau des Iucundus, aber auch von Tertulla, der Witwe des reichen Händlers Strigo. Sie beherbergt den thüringischen Fürstensohn Agilhar bei sich und seinen Begleiter, den Centurio Heimeram, einen Landsmann. Beim Gastmahl im Haus des Iucundus sind auch der Legat, der Tribun Consius und Undolf anwesend. Am späten Abend sitzen einige Gäste noch beim Würfelspiel, und Heimeram leiht für Agilhar bei Tertulla zehn Goldstücke.

6. Der Legionscenturio Pomponius Atticus wird zum neuen Praefecten der Cohorte der Sequaner und Rauracer befördert. Seine Frau Paulla blieb mit ihren acht Kindern in Aquae zurück. Dort erhält sie Besuch von Tertulla, die sich nach dem Tribunen Consius erkundigt.

Im Wald hütet der junge Ohad, ein jüdischer Sklave des Maternus, die Schafe und wird dabei von seinem Vorgesetzten, Amsivarius, besucht. Als sie sich gegenseitig die Schlachtgesänge ihrer Völker vorsingen, erscheint auf einmal ein bärtiger Alter.

Paulla läßt ihren Sohn Marcus bestrafen, weil er seinen Lehrer um das Saturnaliengeschenk betrogen hat.

7. Der Legat Fulvus, ein römischer Soldat von echtem Schrot und Korn, plant, den Limes weiter vorzuverlegen und es dabei auf einen Kampf mit Undolf ankommen zu lassen. Auch den alten Undolf schreckt der Kampf nicht; er protestiert beim Legaten in Aquae gegen die Grenzverlegung.

8. Im Kastell Soletio (Selz) ist die 3. Cohorte der 22. Legion einquartiert. Offiziere und Mannschaften gehen ihren üblichen Dienstgeschäften nach. Der Praefect Aelius Macrinus lobt seine Cohorte bei der morgendlichen allocutio für ausgeführte Schanzarbeiten. Der Optio Sempronius Frontinus erregt wieder einmal das Mißfallen seines Centurio Helvius Calvius, als er in der Toga statt in Uniform erscheint. Als Frontinus zum Kartenzeichnen ausgeschickt wird, sucht er seine Flamme, die Tochter des Veterans Maternus, auf. Prima will ihn möglichst bald heiraten; doch bei ihrer Mutter Rufa ist er nicht gut gelitten, weil er viele Schulden hat. Der Centurio Bakchylidus hat ebenfalls einen Schatz, doch ist es weit entfernt in Ägypten die Tochter des Serapispriesters. Der Legat schickt eine Nachricht und befiehlt der Cohorte, unverzüglich zum Kampf gegen die Grenzstämme nach Lopodunum zu ziehen.

9. Im Odenwald reitet der edle Nidger zum Hof Undolfs. Er ist sein Widersacher im Stamm, und beim Festmahl kommt es fast zu einem Kampf, bis die uralte Priesterin Gotrun durch einen Sang die Männer zur Versöhnung bringt. Sie bereiten sich auf den Kampf gegen die Römer vor, und Nidger rät dazu, sie nicht anzugreifen, sondern in den befestigen Höfen zu erwarten. Agilhar kommt auf dem Rückweg von den Römern durch das Gebiet der Amsivarier im Odenwald.

10. Seit Amsivarius die Erscheinung des alten Mannes hatte, in dem er Wotan sah, ist er verändert; er flieht heimlich in Begleitung des kleinen Ohad.

Maridia ist in Augusta Treverorum und hat den jungen Strigo als Verehrer; sie überredet ihn, sie zu ihrem Mann ins Kastell zu geleiten.

Die Cohorte des Macrinus marschiert in Kampfformation ihrem Ziel entgegen. Als sie den Odenwald erreicht, kommen dort auch Maridia und Strigo an, in Begleitung eines Trupps sequanischer Reiter unter dem Kommando des Statuarius. Im Wald sind auch Gundomar, Januarius und dessen Rauracer. Als diese auf Maridia und Strigo treffen, meldet Statuarius der Cohorte fälschlich einen Germanenüberfall.

11. Amsivarus und Nidhart schleichen durch den Wald und finden ein Fläschchen, das Strigo beim „Überfall“ verloren hat. Als der Germane am nächsten Morgen erwacht, ist sein Hund erschlagen, Ohad verschwunden.

Vor seiner Abreise hatte Strigo ein Gespräch mit seinem alten Vater, der alles tut, um den Legaten vom Krieg abzuhalten, der den Handel nach Germanien behindern wird. Der Buchhalter Metellus soll den jungen Strigo bei der Reise an den Grenzwall begleiten.

Gundomar und der als Gast aufgenommene Agilhar üben sich im Speerwurf. Dabei hat Gundomar wenig Erfolg. Agilhar verhindert in letzter Sekunde, daß Gundomars Schwester Waltrata durch einen vergifteten Speer umkommt.

12. Hutswinda, die Tochter eines Hörigen, liebt Ranosind, einen Gefolgsmann Nidgers. Eines Tages ist sie verschwunden. Unibta, die Frau Nidgers, besucht Waltrata, die Gemahlin Undolfs. Dort findet Ranosind vorerst eine Freistätte. Der Händler Dedan geht trotz der Kriegsgefahr zu den Germanen, um im Auftrag Maridias Frauenhaar zu erhandeln. Es geht das Gerücht um, daß Nidhart, der totgeglaubte Bruder Nidgers, bei den Römern am Leben sei.

Im Lager der Rauracercohorte ist die Legionscohorte angekommen. Ihr Torposten am Grenzwall nimmt Gundomar und seinen Begleiter Udalwin fest, der sich vergeblich auf die Gastfreundschaft mit Ianuarius beruft. Der von den Rauracern festgenommene Ohad wird zum Tode verurteilt und gekreuzigt. Mit einem Speerwurf beendet Amsivarius sein Leiden und kann fliehen.

13. Der Tribun Consius wird von Moguntiacum gegen seinen Willen an den Grenzwall entsandt. Dort sitzen Gundomar und Udalwin im Kerker. Die Legionssoldaten drängen auf ihre Hinrichtung, doch der Praefect Macrinus ruft sie zur Ordnung, gerade als Consius ankommt. Zu Ehren seiner Ankunft feiern die Centurionen und Unteroffiziere im Kasino, während Maridia für den Tribunen ein Gastmahl mit ausgewählten Gästen gibt. Dabei läßt Consius Gundomar und Udalwin in Ketten vorführen. Am nächsten Morgen teilt Maridia dem Tribunen mit, daß sie die Germanen befreit hat, und Consius gibt vor, daß es auf seinen Befehl geschehen ist.

14. Amsivarius-Nidhart zieht durch den heimatlichen Wald und trifft auf eine Schar, bei der auch der elfjährige Sohn Nidgers ist, nach seinem vermeintlich toten Onkel Nidhart geheißen. Amsivarius findet keinen Glauben und wird vertrieben. Zuflucht gewährt ihm die versteckt mit ihrem und Ranosinds Kind lebende Hutswinda. Agilhar entschließt sich endlich, um Waltrata zu werben, und Undolf gibt ihm die Hand seiner Tochter.

Währenddessen hat bei den Römern Consius eine Belohnung für die Festnahme der beide Waltrata ausgesetzt, und sowohl der Centurio Heimeram als auch der Händler Strigo träumen von der schönen Germanin.

15. In Mainz versucht der Legat Fulvus, vom Statthalter Vegetus Verstärkung für seinen Krieg gegen die Amsivarier zu bekommen, doch dieser lehnt strikt ab. Nach der Abreise des Legaten läßt Vegetus noch einen Christen hinrichten.

Die Germanen begehen ein feierliches Opfer, und ein römischer Sklave soll dabei hingerichtet werden, doch bricht die opfernde Priesterin Godrun tot zusammen. 16. In Aquae verlobt sich der Quaestor Annianus mit der Witwe Tertulla. Zur Hochzeit lädt er die vornehmsten Bürger der Stadt ein, darunter auch den Buchhändler Marcellus, der später im Rat gegen die zunehmende Einmischung des Kaisers in die finanziellen Angelegenheiten der Stadt protestiert.

Consius besichtigt seine Truppen. Als er mit Maridia einen Posten besucht, um den christlichen Soldaten Adeodatus zu verspotten, greifen die Germanen an. Adeodatus fällt, Maridia wird gefangen. Sie muß Magdsdienste leisten und den Mühlstein drehen, bis sie vorbereitet wird, um geopfert zu werden. Ianuarius klagt Consius an, die Gefangennahme seiner Frau verschuldet zu haben, doch der Tribun rät ihm, sein Erbe zu genießen. Da erscheint Gundomar und berichtet von Maridias bevorstehender Hinrichtung.

17. Die beiden Cohorten greifen getrennt den Hof Undolfs an. Consius, der die Aktion leitet, wird überraschend vom Legaten aufgesucht, der seine Maßnahmen kritisiert. In letzter Minute wird Maridia vor dem Opfer gerettet. Beim Kampf fallen Gundomar (von der Hand seines eigenen Vaters als Verräter), Undolf und viele Römer. Heimeram wird von der jungen Waltrata mit dem Giftspeer getötet, als er sie und Agilhar überrascht. Die Römer müssen sich zurückziehen, weil die Germanen durch Nidger Verstärkung bekommen. Dieser erschlägt Nidhart, den er als Hochstapler darstellt, und wird zum neuen Fürsten der Amsivarier. Er macht die Sippe Hutswindas frei und gibt sie Ranosind zur Frau. Agilhar und Waltrata sind entkommen. Der Centurio Bacchylidus ist später nach Ägypten gegangen und hat so wohl die Hand der Priestertochter erhalten.

7. Oktober 2007: Erste Veröffentlichung.